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Kein Grund zum Knausern

20.03.2018

Zevener Zeitung 20.03.2018 - Bericht von Bert Albers

 

Samtgemeinderat leistet sich Aufstockung der Schulsozialarbeit – Thema taugt nicht mehr für Streit

 

Tarmstedt. Was früher für hitzige Debatten gut war, ist mittlerweile absolut unstrittig im Tarmstedter Samtgemeinderat: hohe Ausgaben für Schulsozialarbeit. Dieses Jahr steigen sie erneut. Die Hoffnung, dass das Land sich in höherem Maße beteiligt, geben die Lokalpolitiker aber nicht auf.

 

26000 Euro hat die Samtgemeinde Tarmstedt im Jahr 2013 für Schulsozialarbeit ausgegeben. 2018 werden es 70000 Euro sein. „Wir sind uns einig, dass das notwendig ist“, sagte Günther Nase (SPD). Mit einem weiteren Satz komplettierte er die Zusammenfassung dessen, was offenbar alle im Samtgemeinderat denken: „Wir müssen Einfluss nehmen auf unsere Vertreter im Landtag.“

 

Denn wie seit eh und je geht der Rat davon aus, dass Schulsozialarbeit pädagogische Arbeit ist, deren Finanzierung das Land zu übernehmen hat. Nur stellt Hannover nicht annähernd genügend Geld bereit, um die vor Ort als angemessen angesehene Stundenzahl gewährleisten zu können.

Beratungen in der Landeshauptstadt, die eine Entlastungen ergeben könnten, sind laut CDU-Sprecher Heinz-Hermann Holsten erst im Spätsommer oder Herbst zu erwarten. Vieles sei unklar in diesem Zusammenhang. Deshalb stocke die Samtgemeinde die Mittel zunächst auch nur für ein Jahr auf. Immerhin: An der KGS Tarmstedt finanziert das Kultusministerium mittlerweile eine volle Sozialpädagogenstelle. Für weitere 20 Stunden kommt die Samtgemeinde auf.

 

Doch seit Jahren sehen Lehrer auch an den beiden Grundschulen in Tarmstedt und Wilstedt steigenden Bedarf. Ab 1. September sollen deshalb 15 Stunden an der Grundschule Tarmstedt und 10 Stunden an der Grundschule Wilstedt geleistet werden können – komplett von der Samtgemeinde finanziert. Den entsprechenden Beschluss fasste der Samtgemeinderat einstimmig.

„Es sind unsere Kinder, unsere Eltern, unsere Schulen“, rechtfertigte der Ratsvorsitzende Rolf Struckmeyer (NSGT) die freiwillige Leistung der Samtgemeinde. Irmtraut Wiegmann (SPD) formulierte es so: „Ich freue mich, dass wir es uns leisten können zu zeigen, wie wichtig uns das ist.“

 

In der Tat sei die Haushaltslage erfreulich, so Heinz-Hermann Holsten. Es könne aber schon bald wieder dazu kommen, dass der Rat über die Streichung freiwilliger Leistungen reden müsse. Die sich schnell verändernde Weltlage könne ebenso dazu führen wie anstehende hohe Investitionen etwa in die KGS-Oberstufe und die Grundschule Tarmstedt.

 

Geringes Defizit

 

Der vom Rat verabschiedete Haushalt hat ein Volumen von fast 9,5 Millionen Euro. Das Defizit liegt bei 75000 Euro. Sollte der Landkreis noch dieses Jahr Geld für den Umbau der Grünschnittsammelstelle überweisen, wäre das Loch aber gestopft.

 

Finanzausschussvorsitzender Günther Nase (SPD): „Wir sind in einer komfortablen Situation, aber nicht so komfortabel, dass wir die Samtgemeindeumlage senken könnten.“ Das würde zu einer Entlastung der Mitgliedsgemeinden führen. So müssen sich diese sich mit einer kleinen Zuweisung begnügen. 51200 Euro rückt die Samtgemeinde raus, die sich die acht Gemeinden teilen.

 

Eine Erstklässlerin sitzt im Mathematikunterricht auf ihrem Stuhl. Die Grundschulen Wilstedt und Tarmstedt haben weiter steigenden Bedarf am Einsatz von Sozialpädagogen angemeldet. Der Samtgemeinderat stellt dafür zusätzliche Mittel bereit. Kästle/dpa

 

Foto: Zevener Zeitung 20.03.2018 - Bert Albers