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Landkreis für Erweiterungen

14.03.2018

Zevener Zeitung 14.03.2018 - Bericht von Stephan Oertel

 

Tarmstedt/Sottrum. Einmal noch will der Landkreis für Erweiterungen der gymnasialen Angebote in Tarmstedt und Sottrum seine Schatulle weit öffnen, dann ist Schluss. Darauf verständigte sich nach dem Schul- auch der Kreisausschuss. Insbesondere für Sottrum erfolgt die Überweisung zähneknirschend.

 

In Tarmstedt geht es um zusätzliche Fach- und allgemeine Unterrichtsräume an der KGS. Erklärt wird der Bedarf insbesondere damit, dass die Gymnasiasten ihr Abitur nicht mehr nach der zwölften, sondern wieder nach der 13. Klasse machen. Es gibt also einen Jahrgang mehr. Auch weist die Samtgemeinde darauf hin, dass sich die Oberstufe einige hundert Meter vom „Blauen Dampfer“ entfernt befindet, was Synergien erschwert. Für den Landkreis überzeugende Argumente. Er stellt 2019 für die Bauten 1,865 Millionen Euro bereit. Der Beschluss fiel einstimmig.

Auf vernehmbares Murren stieß bei Kreispolitikern der Antrag aus Sottrum. Es geht um die Erweiterung des Gymnasiums. Mehr als sechs Millionen Euro standen zur Debatte. Sauer stieß besonders die Aussage der Samtgemeinde auf, nur dann zu investieren, wenn der Landkreis die Kosten komplett übernimmt. Jeglicher Eigenanteil wurde abgelehnt. Nicht fair findet dies Erster Kreisrat Dr. Torsten Lühring.

 

Sottrum pocht auf Vertrag

 

Die Samtgemeinde hat indes gute Karten. Sie beruft sich auf Sondervereinbarungen, die der Landkreis einst mit Tarmstedt und Sottrum getroffen hat. Nur dort sind die Samtgemeinden Träger der staatlichen gymnasialen Angebote und nicht der Landkreis. Der hat sich aber verpflichtet, Kosten für diese Bereiche zu tragen.

 

Darauf pochen nun die Sottrumer.

 

Auch sie argumentieren mit dem zusätzlichen Jahrgang, außerdem möchten sie einen ganztägigen Schulbetrieb einführen. Neben zusätzlichen Räumen ist eine Mensa geplant, in der die Schüler im Gymnasium zubereitetes Essen zu sich nehmen können. Die Schule liegt deutlich außerhalb der Ortschaft, weshalb es alternative Speiseangebote für die Kinder nicht gibt, so ein Argument.

 

Für Lühring ist es gleichwohl unverständlich, dass Sottrum eine Mensa plant, die fast doppelt so groß ist, wie die des Rotenburger Ratsgymnasiums – bei der Hälfte der Schüler. Für Schulen, die der Landkreis finanziert, müssten die gleichen Standards gelten, unterstrich er. Soll heißen: Wenn Sottrum mehr will als andere soll die Samtgemeinde die zusätzlichen Kosten tragen. Volker Kullik (SPD) sprach von einer moralischen Verantwortung der Sottrumer, befürchtete aber mit Blick auf die Vereinbarung: „Da kommen wir wohl nicht raus.“

 

Hans-Jürgen Krahn (CDU), Kreistagsabgeordneter und Bürgermeister in Sottrum, schlug eine mit 350 Quadratmetern nicht mehr ganz so große Mensa vor. Weitere Pläne wie die nach einer Erweiterung der Sporthalle wurden gestrichen. Etwa 3,2 Millionen Euro müsste der Landkreis dennoch für das kommende Jahr einplanen. Dieser Vorschlag fand im Schul- und schließlich auch im Kreisausschuss eine Mehrheit.

 

Doch damit soll es dann auch gut sein, waren sich die Kreispolitiker einig. Sowohl für Tarmstedt als auch für Sottrum gilt: Erneute Erweiterungen müssen die Samtgemeinden aus ihrer Kasse finanzieren. „Der Landkreis erwartet, dass die Schulen mit dem Raumprogramm langfristig auskommen“, formulierte Lühring.

Er erklärte auch, wo sie im Zweifel den Hebel ansetzen können: bei den auswärtigen Schülern. In den beiden Schulen werden viele Kinder aus Osterholz und Verden unterrichtet. Für die aber ist Rotenburg nicht zuständig. Sollte es wieder eng werden, sollten von dort keine neuen Schüler aufgenommen werden.

 

Foto: Zevener Zeitung 14.03.2018 - Stephan Oertel